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SUMMARY:Vortrag: Zum (Spannungs-)VerhÃ¤ltnis von Schwulenbewegung und Aidshilfe
DESCRIPTION:Vortrag: Zum (Spannungs-)VerhÃ¤ltnis von Schwulenbewegung und Aidshilfe â€“ Die AIDS-Krise als Katalysator von Institutionalisierung und Anerkennung \nOnline Ã¼ber Zoom: \nhttps://uni-bonn.zoom.us/j/95627936477?pwd=QTZ3WlNQU3NvblJISEF0aHFwZlc1Zz09\nMeeting-ID: 956 2793 6477\nKenncode: 004643 \nMit Beginn der 1980er Jahre hat sich hierzulande eine Schwulenbewegung herausgebildet\, die im Anschluss an die Emanzipationspolitiken des vorhergehenden Jahrzehnts erste politische Erfolge zu verzeichnen hat. In diese hoffnungsfrohe Zeit des Aufbruchs einer etablierten politischen Bewegung bricht dann jedoch eine existentielle Bedrohung herein\, die bald den Namen AIDS tragen soll. Schwule MÃ¤nner sehen sich fortan nicht nur einer tÃ¶dlichen Krankheit gegenÃ¼ber\, die sie in ihrem individuellen wie kollektiven Fortbestehen bedroht\, sondern ebenso einer Gesellschaft\, die ihrem massenhaften Sterben schulterzuckend zuschaut oder dieses sogar freudig begrÃ¼ÃŸt.  \nMittlerweile ist die AIDS-Krise zumindest in den westlichen Industrienationen Ã¼berstanden. Mit der medizinischen Behandelbarkeit und der Chronifizierung der HIV-Infektionen ging zudem eine Beruhigung und Normalisierung im sozialen Umgang einher. Die vier groÃŸen Buchstaben haben ihren einstigen Schrecken weitgehend verloren und die hitzigen politischen Debatten sind schon lang zu einem unerwartet versÃ¶hnlichen Ende gekommen. Diese Entwicklung erÃ¶ffnet die MÃ¶glichkeit eines retrospektiv eher nÃ¼chterneren Blickes auf die AIDS-Epidemie und ihre Auswirkungen auf das schwule Leben in Deutschland. \nEin solcher Blick offenbart\, dass die AIDS-Krise jenseits des kollektiven Traumas fÃ¼r schwule MÃ¤nner auch positive Auswirkungen auf die Infrastruktur der schwulenpolitischen Bewegung\, die Sichtbarkeit ihrer Forderungen und die gesellschaftliche Anerkennung schwuler L(i)ebensweisen hatte. So zeigt sich\, dass die im Zuge der Epidemie entstandene bundesdeutsche Kooperation zwischen der schwulen AIDS-Selbsthilfe und dem staatlichen Gesundheitswesen zu einer Institutionalisierung und damit grÃ¶ÃŸeren politischen HandlungsfÃ¤higkeit schwulenpolitischer Bestrebungen fÃ¼hrte.  \nIm Vortrag soll es darum gehen\, diese Entwicklungen nachzuzeichnen und damit die zunÃ¤chst befremdlich anmutende Deutung der AIDS-Krise als Katalysator der Schwulenbewegung zu ermÃ¶glichen. DarÃ¼ber hinaus soll auch aufgezeigt werden\, wie das BÃ¼ndnis mit dem bis dato verhassten Staat der Entradikalisierung der Bewegung den Weg ebnete\, die bis heute die schwulenpolitischen Bestrebungen bestimmt. \nMartin Thiele lebt und arbeitet im lauschigen Halle an der Saale. Er ist Diplom-Erziehungswissenschaftler und als Berater\, PrÃ¤ventionist und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer fÃ¼r die AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt SÃ¼d e.V. tÃ¤tig. Seit nunmehr Ã¼ber 10 Jahren engagiert er sich theoretisch wie praktisch im Kontext politischer LSBTIQ- und HIV/AIDS-Bewegungen. Sein aktivistisches Engagement bewegt sich entsprechend im Bereich emanzipatorischer Sexual- und Geschlechterpolitiken. Er findet Corgis ungemein putzig\, liebt Sushi Ã¼ber alle MaÃŸen und liest zur Entspannung franzÃ¶sische Sozialphilosophie\, was allerdings in keinem engerem Zusammenhang mit seinem Beitrag im Rahmen der Vorlesungsreihe steht.
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