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SUMMARY:Von schnauzbÃ¤rtigen Frauen\, tanzenden JÃ¼nglingen und Hofeunuchen
DESCRIPTION:Muslimische Geschlechts- und SexualitÃ¤tskonzepte und ihre koloniale Transformation\n\n \n\n\nDas Attentat von Orlando\, Ãœbergriffe auf LSBTTIQ-GeflÃ¼chtete und aktuelle Diskussionen um Burka- und Burkiniverbote haben das VerhÃ¤ltnis von Muslimen zu KÃ¶rperlichkeit und SexualitÃ¤t im Allgemeinen und insbesondere sexueller und geschlechtlicher Vielfalt verstÃ¤rkt in gesellschaftliche Wahrnehmung gerÃ¼ckt. Muslimische Gesellschaften der Gegenwart scheinen in besonderem MaÃŸe homo- und trans*phob zu sein. Diskriminierung und Verfolgung auf Grund sexueller oder geschlechtlicher IdentitÃ¤t kann dabei verschiedene Formen annehmen: Von nicht-staatlich organisierter Diskriminierung und familiÃ¤rer Gewalt\, bis hin zur offenen Verfolgung durch religiÃ¶se und staatliche Institutionen und dem Einsatz von Folter und Todesstrafe. Die Anzahl von Menschen aus muslimischen Gesellschaften\, die aus diesem Grund nach Europa fliehen\, wÃ¤chst.\n\n\n \n\n\nIst der Islam also inhÃ¤rent homo- und trans*phob? Der Vortrag wird zuerst einen Blick auf Mehrdeutigkeiten und Leerstellen in der Auseinandersetzung klassischer islamischer Gelehrsamkeit mit Fragen zu rechtmÃ¤ÃŸigem und unrechtmÃ¤ÃŸigem Sex werfen\, die dieses Bild verkomplizieren. Historische Quellen von schnauzbÃ¤rtigen Damen und bartlosen JÃ¼nglingen\, einfluÃŸreichen Eunuchen und weiblicher Gemeinschaft zeigen eine groÃŸe Bandbreite von Geschlechterrollen und SexualitÃ¤tskonzepten in der Islamischen Welt auf â€“ von Istanbul bis nach Baghdad und Delhi. Noch im 19. und frÃ¼hen 20. Jahrhundert zog es europÃ¤ische Reisende in den â€šOrientâ€™\, um der Repression und PrÃ¼derie des bÃ¼rgerlichen Europa zu entfliehen. Aber auch aktuelle ethnologische Forschungen zu SÃ¼dasien oder Indonesien widersprechen ebenfalls einer Kulturalisierung von Homo- und Trans*phobie als â€šinhÃ¤rentâ€™ islamisch.\n\n\n \n\n\nDoch wie lassen diese scheinbaren GegensÃ¤tze verstehen? Hierzu wird der Vortrag einen Blick auf die Politisierung des Felds von SexualitÃ¤t und Geschlecht im Zuge von Kolonialismus\, Nationalismus und islamischer Revitalisierung werfen â€“ und der Frage nachgehen\, warum es bei der Verfolgung von LSBT*IQ-Personen in muslimischen Gesellschaften heute um weit mehr geht als â€šnurâ€™ Sexualmoral.\n\n\n \n\n\nDanjiel B. Cubelic\n\n\nInstitut fÃ¼r Religionswissenschaft\, UniversitÃ¤t Heidelberg
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